Das Maischützen ABC

Das Maischützen - ABC unter Einbeziehung militärhistorischer Geschichtsquellen.

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Zapfenstreich

"Zapfenstreich ist der Beginn der Nachtruhe in den Unterkünften der Soldaten." Der Ursprung des Wortes "Zapfenstreich" führt uns in das Lagerleben des Mittelalters zurück. Zu einer bestimmten Stunde mussten die Marketender allabendlich auf ein Trommelzeichen den Zapfen oder Spund des Schänkfasses "streichen", d.h. hineinschlagen, eintreiben, um das Faß zu verschließen; die Zeit der Nachtruhe ist gekommen, es darf nichts mehr "verzapft" werden. Nach einer Verordnung des Großen Kurfürsten vom 12.08.1662 galt eine gleiche Bestimmung auch für die Bürger: ... wirdt von Unß hiermit nochmahlß den Brawern (= Brauern) undt Bürgern auch andern wer die auch sein, welch Bier kannenweiß verkauffen, ernstlich und bey willkührlicher Straffe gebohten und befohlen, sobald alß durch die trommel der Zapfen zugeschlagen ferner kein Bier zu verlassen oder außzuschenken, noch Biergäste in den Häusern oder Kellern zu behalten..." Das betreffende Trommelsignal wurde "Zapfenschlag" oder "Zapfenstreich" genannt. Gleiche Wortbildungen liegen vor in: "Werbestreich", die Weise die der Trommler schlug, welcher die Werber begleitete, um Dienstwillige herbeizulocken: "Feuerstreich" Trommelschlag beim Ausbruch von Feuer; "Kirchenstreich" Versammlungszeichen zum Gottesdienst; "Schanzstreich" Ruf zur Schanzarbeit; der "Totenstreich" bei Begräbnissen usw. 1757 hatten die Truppenteile des Kurpfalz-Bayrischen-Heeres ihre Regimentstambours nach München zu senden, um die beim Leibregiment eingeführten "Streiche" zu erlernen. Später, 1892, wurde der kurpfalz-bayrische "Regimentsstreich" von 1782 erwähnt, der wahrscheinlich der Versammlung des Regimentes diente. Der Zapfenstreich ist auch als Morgensignal bezeugt (1652): " Man lasse auch ein pahr Trompeter und Tampuren den Zapfen-Schlag rühren, zuvoraus gegen der Tagwacht." Merkwürdigerweise hieß auch das geblasene Signal Zapfen-Schlag oder -Streich. Dabei hatte man wohl die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes vergessen und das Gefühl dafür verloren, dass man eigentlich nicht sagen dürfte: Zapfenstreich "blasen". Sehr wahrscheinlich hat "Streich" zunächst die Bedeutung ohne des Trommelsignals erhalten, dann das eines Signals - geschlagen oder geblasen - überhaupt. Schlag und Streich sind sprachlich oft völlig gleichbedeutend, vgl. Todesstreich, Schwertstreich, Uhlands Schwabenstreich u.a. Obwohl diese Sinngleichheit auch im englischen "to strike" ( = schlagen) zu finden ist, wird die dem deutschen Zapfenstreich entsprechende englische Bezeichnung "tattoo" von "rap to" ( = zapf zu) abgeleitet. Irrig ist die Ansicht, es sei mit Kreide oder Rotstift ein Strich über den eingeschlagenen Zapfen gezogen, um das Verbot, des weiteren Verkaufes von Getränken überwachen zu können. Ebenso anfechtbar ist die Deutung, der Zapfenstreich habe seinen Namen von dem Tannenzapfen, der früher ein Wahrzeichen der Gastwirtschaften bildete und abends gestrichen, d.h. abgenommen werden musste. Dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ist nicht bekannt, dass ein Tannenzapfen als Wahrzeichen der Gasthäuser Verwendung gefunden habe. Das Zapfenstreichsignal Dieses bekannte Signal, das in den Standorten um 22.00 oder 23.00 Uhr geblasen wurde, um die Soldaten in die Kaserne zu rufen, soll von Friedrich dem Großen stammen. Er soll es als junger Prinz verfasst haben, und zwar nach dem Gesang eines Rotkehlchens, das ihm beim Flötenspiel zu dieser Tonfolge anregte. Um 1830 erhielt die preußische Armee mit der Übernahme der entstandenen Melodie ihr erstes einheitliches Zapfenstreichsignal - als Hornsignal der Infanterie. Die Kavallerie besaß ein eigenes Zapfenstreichsignal, die "Retraite". Sie wurde 1838 von Wilhelm Wieprecht in die feierliche Veranstaltung des "Großen Zapfenstreiches" übernommen. In den Heerlagern des 18. und 19. Jahrhunderts kündigte oft ein Kanonenschuss, der Retraiteschuss, den Zapfenstreich an. Programm des Zapfenstreiches Serenade · 3 Märsche + Bochumer Jungenlied + Fridericus-Rex-Grenadiermarsch + Abendlied Großer Zapfenstreich · Locken zum Zapfenstreich · Zapfenstreich-Marsch · Retraite · Zeichen zum Gebet · Ich bete an die Macht der Liebe · Abschlagen nach dem Gebet · Ruf nach dem Gebet · Nationalhymne

 

Großer Zapfenstreich

Der "Große Zapfenstreich" nimmt eine besondere und herausragende Stellung in dem vielfältigen Gebiet der deutschen traditionellen Militärmusik ein. Diese feierliche Abendmusik mit ihrer Abfolge von Trommel- und Pfeifenstücken, Reitersignal, dem Gebet und der Nationalhymne trägt bis auf den heutigen Tag die beiden großen ungebrochenen Traditionen deutscher Militärmusik in sich: die Trommel und die Pfeife der Landsknechte und die Trompete und Pauke der Reiterei. Der Ursprung des Großen Zapfenstreichs ist in der Landsknechtzeit zu suchen. Die Landsknechte verbrachten ihre Abende meist in den Marketenderzelten oder Schänken mit Würfeln und Zechen. Zu einer festgesetzten Stunde ging jeden Abend der "Profos" (dies war ein Vorgesetzter in der Funktion etwa eines Wachoffiziers) durch die Schänken und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses, wodurch unbedingter Schluss befohlen war und kein Wirt mehr ausschenken durfte. Begleitet wurde er hierbei von einem Trommler und einem Pfeifer, dem sogenannten "Spil", die das Abendsignal spielten. Nach diesem musikalischen Befehl, den die Landsknechte "Zapfenschlag" nannten, mussten alle ihre Zelte aufsuchen. Wer sich trotzdem noch im Lager herumtrieb oder gar weiterzechte, wurde hart bestraft. Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben. Bei den Fußtruppen als Trommelsignal, später als Signalhornruf und bei der Reiterei durch eine Fanfare (Retraite). Bereits 1726 werden dies Abendsignale in einem Buch als "Zapfenstreich" bezeichnet. An späteren Bemühungen, den Zapfenstreich zu vereinheitlichen, war auch der preußische König Friedrich Wilhelm I. beteiligt, indem er einige Bestimmungen über den Zapfenstreich erließ. Seine zeremonielle Bedeutung erhielt der Zapfensteich während der Befreiungskriege. Wie überliefert, besichtigte nach der Schlacht von Großgröschen im Jahre 1813 der preußische König Friedrich Wilhelm III. zusammen mit dem russischen Zaren Alexander I. am Abend das russische Lager. Hierbei erlebte er, wie die Soldaten - so wie es im russischen Heer üblich war - nach dem Zapfenstreich noch einen Choral sangen. Beeindruckt und ergriffen erließ er mit Kabinettordre vom 10.08.1813 auch für die preußischen Truppen die Einführung eines Gebetes nach dem Zapfenstreich. Damit erlangte der Zapfenstreich - wenn auch zunächst nur in Preußen - seine erste zeremonielle Bedeutung. Während bei den preußischen Truppen üblicherweise als Gebet "Ich bete an die Macht der Liebe" gespielt wurde, verwendete man in Bayern hierfür das "Bayrische Militärgebet" (Joh, Kasper Aiblinger) oder überhaupt einen eigenen Zapfenstreich. Auf der Grundlinie (Locken - Zapfenstreich - Gebet) stellte Friedrich Wilhelm Wieprecht, der legendäre Wegbereiter deutscher Blas - und Militärmusik, die noch heute gültige Form des Großen Zapfenstreiches zusammen. Er erklang auf diese Weise erstmalig am 12.05.1838 in Berlin zu Ehren des russischen Zaren Alexander I. als Abschluss eines Großkonzertes. Die Nationalhymne als Abschluss dieses Zeremoniells war zunächst nur bei besonderen Anlässen, wie z.B. "Kaisers Geburtstag", üblich. Die amtliche Einführung erfolgte erst im Jahre 1922. Ablauf des Großen Zapfenstreiches Der Große Zapfenstreich wird von Spielmannszug und Musikkorps ausgeführt, die von zwei Zügen unter Gewehr und Fackelträgern begleitet werden. Führer des Großen Zapfenstreiches ist ein Truppenoffizier, der mindestens im Rang eines Stabsoffiziers steht und die für den Großen Zapfenstreich angeordneten Kommandos gibt. Die musikalische Leitung obliegt dem Chef des Musikkorps. Der Große Zapfenstreich marschiert unter den Klängen des "Yorckschen Marsches" von Ludwig van Beethoven auf. Nach dem Einnehmen und Ausrichten der Formation folgt die Meldung an den Abnehmenden, bzw. zu ehrende Persönlichkeit. Daran schließt sich eine Serenade an, die üblicher aus drei Musikstücken besteht. Anschließend lässt der Führer des Großen Zapfenstreiches stillstehen. Es folgt die o.g. Spielfolge. Zum Gebet wird der Helm (Kopfbedeckung) auf Kommando abgesetzt. Nach der Nationalhymne erfolgt die Abmeldung. Der Große Zapfenstreich marschiert unter den Klängen des Zapfenstreichmarsches ab.


Zinstalerauszahlung

Ablösung des Anspruchs auf den Maibaum durch eine Geldrente an die Bochumer Junggesellen. Zum Abschluss des Ausmarsches, nach der Versteigerung der Eichbaum-Silbertaler, wird die historische Zinstalerauszahlung auf dem Trommelfell nachempfunden. Die Zinstaler sind der Lohn für die Mühen des Tages, die Ausgrabung der Eiche und das Einbringen der Eiche in die Stadt. Und wenn die Sonne über der Stadt verschwindet, sind die Schweißtropfen schon fast vergessen.

 

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Leutnant

Als Lehnwort ist Leutnant um 1500 aus dem Französischen zu uns gekommen, es geht auf das mittelalterliche locum tenens (= Statthalter, Stellvertreter) zurück. Die französische Wortbildung lieutenant - vom französischen lieu und tenir (Ort und halten) lässt noch den Ursprung im mittellateinischen locus und tenere ( = Ort, Stelle; haben, halten) und die Verwandtschaft zum italienischen luogotenente, auch locotenente, oder spanischen lugartiente einschließlich ihrer Kurzformen tenente oder teniente erkennen. Die jetzige Schreibweise von Leutnant ist im Deutschen erst 1899 durch Kaiser Wilhelm II. für den militärischen Gebrauch angeordnet worden. Vorher schrieb man Lieutenant oder auch Leutenant. Mit Leutnant bezeichnete man früher nur den Stellvertreter eines Befehlshabers oder eine andere Amtsperson. So wurde er etwa seit dem 18. Jahrhundert hauptsächlich zur Benennung des untersten Offizierranges angewandt, später unterteilt in Seconde- und Premier-Lieutenant (in Deutschland bis 1899) oder einfach (Unter-)Leutnant und Oberleutnant. Um die Jahrhundertwende wurde der Satz geprägt: "Den deutschen Leutnant macht uns kein Volk der Erde nach." Er hat seinen Ursprung in Bismarcks Reichstagsrede vom 08.02.1888. Unter Bezugnahme auf die sich steigernden französischen Revanchedrohungen für 1870/71 sagte er." Wir haben ein Offiziercorps, welches uns kein anderes Land der Welt nachmachen kann." Innerhalb der Bochumer Maiabendgesellschaft wird der Dienstgrad Leutnant von Offizieren der Kompanien und dem Junggesellenoffizier-Corps geführt. Bei den Klangkörper nennt man sie Musikleutnant. Die Ernennung zu diesem Dienstgrad erfolgt anlässlich der Fähnrich-Verpflichtung durch den 1. Vorsitzenden der Bochumer Maiabendgesellschaft auf Vorschlag des Junggesellenhauptmanns, der Kompaniehauptleute bzw. Corpsführer.

 

Luftgewehr

Neben dem "Klein-Kaliber-Schießen" wird mittels des Luftgewehres eine Vielzahl von Schießwettbewerben durchgeführt. Die IV. Kompanie der Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e.V. verfügt über einen eigenen Luftgewehr-Schießstand im Wacholderhaus, der von Hauptmann Fritz Klare betreut wird.

 

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Nachwuchswerbung

Der Bochumer Maiabendgesellschaft geht es wie vielen anderen Vereinen. Der Nachwuchs in den Gruppen, bei den Klangkörpern und im Offiziercorps fehlt. Im Rahmen des Konzept2000 plus hat sich die Bochumer Maiabendgesellschaft nachfolgende, weitere Ziel gesetzt: 1. Förderung der Heimatkunde in den Schulen. 2. Einsatz eines Jugendbeauftragten. 3. Förderung der Bochumer Jugend als Zweck der Gesellschaft. 4. Zur Verfügungsstellung des Erlöses aus den Eichbaum-Silbertalern für die berufliche Integration von schwervermittelbaren Jugendlichen. 5. Bochumer Schulen für die Jahrgangsstufen vier und sieben Unterrichtmaterial zur Geschichte des Bochumer Maiabendfestes zur Verfügung zu stellen.

 

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Maiabendfest

Der in Deutschland einzigartige Brauch des Bochumer Maiabendfestes ist geschichtlich überliefert. Im Mittelalter gehörte Bochum zur Grafschaft Mark, in der von 1347 bis 1391 Graf Engelbert III. regierte. Wegen eines Spottgedichtes sagte er der damals freien Reichsstadt Dortmund 1388 die Fehde an. In diesem kriegerischen Streit leisteten die Bochumer Junggesellen dem Grafen tatkräftige Hilfe. Der Volksmund weiß zu berichten, dass die Bochumer eine wertvolle Herde Vieh, die die Dortmunder fortgetrieben hatten, dem Grafen wieder zurückeroberten. Aus Dankbarkeit machte Graf Engelbert, der zeitweilig auf der Burg Blankenstein wohnte, den Bochumer Junggesellen 1388 eine Stiftung. Sie erhielten das Recht, alljährlich am Vorabend des 1. Mai aus den gräflichen Waldungen im Bockholt (jetzt Stadtteil Bochum-Harpen) einen ausgewachsenen Eichbaum abzuholzen. Dieser musste vor Sonnenuntergang auf den Schultern der Junggesellen durch die Beckporte nach Bochum gebracht werden. Sie wurde einem verdienten Bochumer Bürger übergeben, der dafür das Maiabendfest (Schützengelage) finanziert hat. Nach Aufteilung des Bockholts 1769 wurde der Anspruch auf den Maibaum durch eine Geldrente abgelöst. Die Zinsen aus diesem Kapital wurden den Junggesellen alljährlich in feierlicher Form ausgezahlt. In symbolischer Anlehnung an das frühere Brauchtum wird auch heute noch eine junge Eiche aus dem Bockholt eingeholt und in Bochum gepflanzt. Westfälische Treue und ein starkes Heimatbewusstsein haben das Erbe der Väter bis auf den heutigen Tag gewahrt. Die ganze Stadt nimmt an dem Maiabendfest herzlich Anteil.

 

Major

Major heißt Vorsteher, Oberster; es ist im 16. Jahrhundert von span. Mayor entlehnt und stammt vom lat. Maior ( = größer bedeutender) ab. Wenn auch die Schreibweise vom lateinischen maior geprägt ist, blieb doch die spanische Bedeutung der letzten Silbe erhalten. Im Deutschen ist uns das verwandte Wort Meier z.B. in Haus, Stadt-, Pfalz- und Klostermeier bekannt: (= Verwalter, Haus, Stadt-, Pfalz- und Klosterverwalter; vgl. frz. Maire und engl. Mayor. Der Titel des Majors bezeichnete also zunächst - wie auch beim Leutnant - nur eine bestimmte Diensttätigkeit. 1627 wird ein Fürstlich-Brandenburgischer Kapitän und major erwähnt, 1641 beschwerte sich die Stadt Kolberg über die Gewalttätigkeit eines schwedischen Regimentsmajors. Die Bezeichnung "Platzmajor" (früher "Stadtmajor") führte, unabhängig von seinem Dienstgrad, der dem Gouverneur oder Kommandanten eines Ortes zur Überwachung des inneren Dienstes beigegebene Offizier. "Schlüsselmajor" hieß der Unteroffizier, der früher in den Festungen die Tore zu öffnen und zu schließen hatte. Der Major war ursprünglich der "Regimentsmeier", wie der major domus der hausmeier. Er hatte beim Regiment dasselbe Amt wie der Wachtmeister bei der Kompanie, hatte also für den inneren Dienst, insbesonders den Wachtdienst und die Verpflegung zu sorgen und war somit der "Oberste Wachtmeister". Bei der Errichtung der stehenden Heere wurde sein Amt eine feste Rangstufe. Mit der Einteilung des Infanterie-Regiments in Bataillone erhielten die "Oberstwachtmeister" deren Kommando. Der Titel "Obristwachtmeister" wurde um 1700 durch die schon im Wallensteinischen Heer vereinzelt vorkommende Bezeichnung "Major" verdrängt. Bei einigen preußischen Garde-Regimentern soll die Anrede für den Major "Herr Oberstwachtmeister" noch bis zu ihrer Auflösung üblich gewesen sein. Innerhalb der Maiabendgesellschaft ist der Dienstgrad "Major" nur Wenigen vorbehalten.

 

Majorsecke

Dieser Ausdruck, der die kritische Zeit vor der Beförderung des Hauptmann zum Major bezeichnet (er ist "an der Majorecke" gescheitert), rührt wahrscheinlich vom Abgeordneten Dr. Wilhelm Loewe her, der einmal im preußischen Abgeordnetenhause die Worte gebrauchte: "Es weht ein scharfer Wind an der preußischen Majorsecke", weil nach seiner Meinung die Stellen im Heer vom Major aufwärts ausschließlich von Adeligen besetzt würden. 1873 erschien ein Lustspiel von Ernst Wichert "An der Majorsecke". Dort heißt es:" Der älteste Hauptmann steht immer an der Majorsecke, und da - weht eben ein scharfer Wind, der manches umwirft." Im Bataillon der Maiabendgesellschaft ist es auch immer recht stürmisch.

 

Mark

Diese umfasst den gesamten Wirtschafts- und Rechtsbereich einer Siedlung, mit Haus und Hof und Zubehör, mit Ackerland, Wiesen und Weiden, Plätzen, Wegen und Brücken, mit Wald und Heide, Ödland und Gewässer bis hin an die Gemarkungsgrenzen.

 

Margarethe(a) von Cleve

Gemahlin des Grafen Adolf II. von der Mark; Mutter des Grafen Engelberts III. von der Mark. Margarethe(a) von Cleve war eine Tochter des Grafen Dietrich VIII. von Cleve und dessen Gemahlin Margarete von Geldern, eine Tochter des Grafen Rainold von Geldern.

 

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Oberbürgermeister

Bochums Oberbürgermeister, als erster Repräsentant der Stadt, nimmt traditionell am Maiabendfest teil. Gleichzeitig ist Bochums Oberbürgermeister Vorsitzender des Beirates der Gesellschaft.

 

Oberfeldwebel

Dieser Dienstgrad leitet sich vom Dienstgrad des Feldwebels ab, siehe auch Feldwebel. Innerhalb der Bochumer Maiabendgesellschaft wird der Dienstgrad von Maischützen der Junggesellengruppen geführt. Bei den Klangkörper nennt man sie Musikoberfeldwebel. Die Ernennung zu diesem Dienstgrad erfolgt anlässlich des Exerzierabends durch den Junggesellenhauptmann auf Vorschlag der Gruppen- bzw. Corpsführer.
Dieser Dienstgrad leitet sich vom Dienstgrad des Leutnants ab, siehe auch Leutnant. Innerhalb der Bochumer Maiabendgesellschaft wird der Dienstgrad Oberleutnant von Offizieren der Kompanien und dem Junggesellenoffizier-Corps geführt. Bei den Klangkörper nennt man sie Musikoberleutnant. Die Ernennung zu diesem Dienstgrad erfolgt anlässlich der Fähnrich-Verpflichtung durch den 1. Vorsitzenden der Bochumer Maiabendgesellschaft auf Vorschlag des Junggesellenhauptmanns, der Kompaniehauptleute bzw. Corpsführer.

 

Oberst

"Oberst" (mdh. Oberest) ist eigentlich der Superlativ von "der Obere"; das zugehörige Hauptwort fehlt. Ursprünglich stand an der Spitze des Heeres ein Hauptmann. Als die Vergrößerung der Heere mehrere Hauptleute erforderte, macht man einen von ihnen zum "Obersten hauptmann" ("Obersten Veldhauptmann", "Obersten Kriegßhauptmann"). Daraus entstand dann "Oberst". 1546 wurde der Befehlshaber der Festung Küstrin "Hauptmann oder Oberst" genannt; beide Ausdrücke also noch keine festen Rangbezeichnungen und bedeuteten dasselbe. Der Oberst war ursprünglich der Höchstkommandierende eines im Felde stehenden Heeres (daher auch Feldoberst oder Kriegsoberst. Er hatte eine höhere, dem eigentlichen Begriffe mehr entsprechende Bedeutung als heute. Zu diesem Titel kam bald der Zusatz "General" (= General-Feldoberst). Aber nicht lange darauf verschwand der deutsche Ausdruck ganz, nur der fremdländische Titel "General" blieb zurück. Der Titel "Oberst" (früher auch Obrist) blieb für den Offizier bestehen, der vom Kriegsherrn mit der Aufstellung eines Regiments beauftragt, also tatsächlich dessen "oberster" Offizier war, auch wenn er sonst Generalsrang hatte. Innerhalb der Maiabendgesellschaft ist dieser Dienstgrad nur wenigen vorbehalten.


Offizierpatent

Patent kommt mittellat. - literae patentes und bedeutet landsherrlicher "offener Brief". König Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) fertigte jedes Offizierpatent persönlich aus. Seit dieser Zeit hat sich auch der Wortlaut der Patentschrift kaum verändert, in der preußischen Armee bis 1919 erhalten. Durch das Patent wurde die Ernennung (Bestallung) zu einem Offizierdienstgrad wirksam und glaubhaft gemacht. Das Datum der Ausfertigung legte die Rangfolge im Dienstalter fest. Die dem Offizier obliegenden Pflichten ( = officium) und die ihm zustehenden Vorrechte waren im Text vermerkt. Auch die Offiziere der Bochumer Maiabendgesellschaft erhalten ihr Offizierpatent mit folgendem Wortlaut: ... "Sie wollen in Ihrer Ernennung zu dieser Ehrenstellung das Vertrauen Ihrer Mitbürger erkennen, auf strenge Befolgen des Vereinsstatuts achten und zur Erhaltung und Förderung der Bochumer Maiabendgesellschaft nach Kräften mitwirken." ...

 

Ökumene/Ökumenischer Gottesdienst

Das Wort Ökumene stammt aus dem griechischen und bedeutet: Siedlungsraum des Menschen, die bewohnte Erde (betreffend). Die gegensätzliche Auslegung und Anwendung der biblischen Botschaft von der Rechtfertigung waren im 16. Jahrhundert ein Hauptgrund für die Spaltung der abendländischen Kirche, was sich auch in Lehrverurteilungen niedergeschlagen hat. Für die Überwindung der Kirchentrennung ist darum ein gemeinsames Verständnis der Rechtfertigung grundlegend und unverzichtbar. In Aufnahme von bibelwissenschaftlichen, Theologie- und dogmengeschichtlichen Erkenntnissen hat sich im ökumenischen Dialog seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine deutliche Annäherung hinsichtlich der Rechtfertigungslehre herausgebildet, so dass in dieser gemeinsamen Erklärung ein Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre formuliert werden kann, in dessen Licht die entsprechenden Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts heute den Partner nicht treffen. Nach Ende des 1. Weltkriegs sind die Einigungsbestrebungen aller christlichen Konfessionen immer wirksamer geworden(vgl. "Dominus Jesus"). Erstmalig zum 613. Maiabendfest - wird zu Beginn des Zapfenstreich-Abends, am 27. April 2001, ein ökumenischer Gottesdienst in der Propstei-Kirche zu Bochum gehalten.

 

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