Bochumer Maiabendgesellschaft
von A-Z
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Das Maischützen
- ABC
unter Einbeziehung militärhistorischer Geschichtsquellen. |
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A-K |
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A |
Adjutant
Adjutant heißt Gehilfe, ist vom lateinischen adiutare
(= mit allem Eifer jemandem beistehen) abgeleitet und entweder
von den Franzosen (adjutant) oder den Spaniern (ayudante) übernommen
worden. Der Adjutant hat, wie schon Flemming schreibt, "den
Nahmen daher bekommen, weil er dem Major bey seiner mühsamen
Charge beystehen und hülfreiche Hand leisten muß".
Er ist in allen Heeren eine sehr alte Einrichtung, deren Ursprung
sich nicht mehr ermitteln lässt. Schon Ende des 16. Jahrhunderts
tritt der Adjutant bei dem Obristen über ein Regiment auf.
Innerhalb der Maiabendgesellschaft stehen den aktiven Kompaniehauptleuten
und dem Junggesellenhauptmann jeweils ein Adjutant zur Seite.
Die Hauptleute erwählen ihren Adjutanten aus den Reihen
ihrer Offiziere der jeweiligen Kompanie bzw. aus dem Junggesellenoffizier-Corps.
Adjutanten erkennt man an der Fangschnur, die zur Uniform vor
der rechten Achsel getragen wird.
Ausmarsch nach Harpen
Jährlich stattfindender Ausmarsch der Bochumer Maiabendgesellschaft
und befreundeter Gastvereine unter Führung des Junggesellenhauptmanns
durch Bochums Innenstadt bis nach Bochum-Harpen, um auf dem Bockholt
die Junggeselleneiche abzuholen und diese bis Sonnenuntergang
in die Stadt zu bringen. Die Pflanzung der Eiche erfolgt am darauffolgenden
Tag in der
Innenstadt.
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B |
Bataillon
Unter Bataillon versteht man einen Truppenverband, der aus
mehreren Kompanien bzw. Batterien besteht.
Das Bataillon der Bochumer Maiabendgesellschaft setzt sich aus
der I. bis IV. Kompanie sowie den Klangkörpern (Spielmannszug
und Fanfarenzug) zusammen. Die Führung des Bataillons obliegt
dem 1. Vorsitzenden, der somit im übertragenen Sinne in
der Doppelfunktion eines "Bataillonkommandeurs" steht.
Bataillonsdegen
Fähnrichaspiraten erhalten nach erfolgreich abgelegter
Fähnrichprüfung einen Bataillonsdegen. Nach Bewährung
und Beförderung zum Leutnant geht dieser Degen in das Eigentum
des Offiziers über.
Beirat
Der Beirat der Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e.V. hat die
Aufgabe, den Vorstand fachlich und personell zu unterstützen,
um das einzigartige Bochumer Maiabendfest der Nachwelt zu erhalten,
zu pflegen und zu fördern. In den Beirat werden vom Vorstand
der Gesellschaft Bürger der Stadt Bochum, insbesondere Persönlichkeiten
aus Verwaltung, Wirtschaft und Verkehr, berufen, die sich der
Bochumer Maiabendgesellschaft verbunden fühlen.
Bierzipfel
Diese entstanden aus dem Band der Ordenskreuze der studentischen
Orden.Auch in der Maiabendgesellschaft wird der Bierzipfel getragen.
Hierbei handelt es sich um eine schmale Schärpe, meist ca.
28mm breit, in den "Blau-Weißen-Farben", deren
Enden in Silber eingefasst und meistens sehr filigran graviert
sind. Der Bierzipfel wird als äußeres Zeichen zum
Frack, rechtsseitlich, getragen.
Birkemeier
Trinkgefäß der Maischützen aus einem Birkenstamm
mit einem Fassungsvermögen, je nach Größe, bis
zu 5 Litern. Wird zum Ausmarsch von "Birkemeier-Trägern"
getragen. Sie haben dafür zu sorgen, dass die Schützen
und Offiziere während des Ausmarsches mit gekühlten
Getränken versorgt werden. Darüber hinaus dient der
Birkemeier während Versammlungen und anderen Veranstaltungen
hin und wieder als Trinkgefäß, wobei die "Birkemeierrunde"
durch ein besonderes "Zeremoniell" eingeleitet wird.
Biwak
Nach der geläufigen Erklärung liegt das deutsche "Beiwacht"
oder "Beiwache" (mhd. Biwake) zugrunde. Beiwachten
waren die im Freien lagernden größten Außenposten,
die sich vor- und seitwärts neben den alten, meist von Wällen
und Gräben eingefassten Lagern befanden. Das Wort "Beiwache"
oder "Beiwacht" ist jedoch in älterer deutscher
Sprache nicht nachzuweisen. Der Sprachforscher Rudolf Kleinpaul
führt das Wort "Biwak" auf das altdeutsche "Bifang"
zurück, das in alten Urkunden ungemein häufig vorkommt.
Das Biwak ist ein Lager unter freiem Himmel oder in Zelten.
Die Bochumer Maiabendgesellschaft führt einmal jährlich
ihr traditionelles "Großes Biwak" in der Innenstadt
Bochums durch. Zum Höhepunkt des Tages gehört die Vorstellung
des amtierenden Junggesellenhauptmanns, der die Maischützen
nach Harpen führen wird. Darüber hinaus präsentieren
sich die Kompanien, das I.O.C., die Ehrendamen und die Klangkörper
der Maiabendgesellschaft an verschiedenen Plätzen in der
Innenstadt.
BO-Maus-Bande
Darsteller der Harpener Maischützenschule erzählen
die Geschichte des Maiabendfestes in einem Theaterstück
mit Musik. Das 1998 uraufgeführte Kindermusical wurde jetzt
überarbeitet, mit Humor gewürzt, technisch verfeinert
und mit neuem Ensemble auf die Bochumer Bühnen geschickt.
Burg Blankenstein
In den Jahren 1227 - 1230 ließ Graf Adolf von der Mark
"auf dem blanken Stein" - nahe der Isenburg, mit den
Steinen der Isenburg, die Burg Blankenstein errichten, umso den
Wiederaufbau der Isenburg zu verhindern. Die Burg hat für
die Stadt Bochum eine besondere historische Bedeutung, da hier
der alten Überlieferung zufolge Bochum durch Graf Engelbert
II. von der Mark 08. Juni 1321, im Rittersaal der Burg Blankenstein,
Bochum die Stadtrechte verliehen wurden. Gleichzeitig wurde dem
Bochumer Schultheissen, dem Ortsvorsteher also, die Straf- und
Zivilgerichtsbarkeit übertragen. Nur drei Jahre später,
im Jahre 1324, erhielt Bochum das Recht, jährlich drei Pferde-
und Krammärkte durchzuführen. Der Stifter des Bochumer
Maiabendfestes, Graf Engelbert III. von der Mark, residierte
in der Zeit von 1347 bis 1391 auf Burg Blankenstein.
Die Burg Mark
Gesichert ist, dass die Ansiedlungen wie Soest oder Dortmund
Märkte aufwiesen, auf denen es zu einem Austausch der Agrarproduktion
des nördlichen Flachlandes im Austausch gegen Pelze oder
vereinzelt Eisenwaren des Süderlandes kam. Den Charakter
einer mittelalterlichen Stadt nahmen diese Orte jedoch erst im
12. und 13. Jhd. an.
In dieser Zeit lag die kirchliche Verwaltung in den Händen
der Erzbischöfe von Köln, die weltliche Verwaltung
hingegen in den Händen des Werler Grafengeschlechtes, das
sich um 1100 in die Arnsberger und Kappenberger Linie aufteilte.
In dieser Zeit kaufte Eberhard, der spätere Graf von Altena
(gest. 1180), ein Sohn des Grafen von Berg, das Schloß
Altena an der unteren Lenne. Einer der drei Söhne von Eberhard,
Friedrich von Altena (gest. n. 1193) kaufte von den Herren von
Rüdenberg die Burg Mark an der Ahse. So fasste das Geschlecht
der Grafen von Altena sowohl im Süden als auch im Norden
der späteren Grafschaft Mark Fuß, ohne jedoch in dieser
Zeit die Abhängigkeit von dem Kölner Erzbischof abschütteln
zu können.
Diese besaßen neben ihrer kirchlichen Gewalt viel - entweder
durch die Könige oder von Fürsten erworbene - weltliche
Gewalt. Die Vereinigung und der Ausbau von kirchlicher und weltlicher
Macht gelang besonders den Bischöfen von Münster und
Paderborn, während die Erzbischöfe von Köln dies
nicht in diesem Maße erreichten. Sie bekamen auch erheblichen
Widerstand durch die politisch Mächtigen in ihrem Einflussgebiet.
Die Führer des Widerstandes gegen die Machtausdehnung der
Kölner Erzbischöfe, die das Ziel eines nordwestdeutschen
Teilstaates verfolgten und damit die Macht der kleineren Landesherren
zurückdrängen wollten, waren in Westfalen die Grafen
von Altena - Mark und die Arnsberger Grafen. Während viele
fürstliche Familien, wie die Grafen von Kappenberg, ihren
Besitz dazu verwendeten, Klöster zu bauen oder auszustatten
(z.B. das Prämonstratenser Kloster in Kappenberg), verstanden
es die märkischen Grafen, so auch die Grafen von Altena,
ihren Besitz zu vermehren, auszubauen und im Machtkampf gegen
die Erzbischöfe von Köln zu befestigen. Der Machtkampf
gipfelte in der Ermordung des heiligen Engelberts 1225 durch
seinen Verwandten, den Grafen Friedrich von Altena - Isenberg,
der 1226 in Köln hingerichtet wurde. Nach der Verhängung
der Reichsacht ergriff der Erbe und Vetter von Friedrich, Graf
Adolf I. von Altena - Mark, welcher überwiegend nur die
nördlichen Besitzungen mit der Burg Mark im Mittelpunkt
besaß, entschlossen Partei für den Kölner Erzbischof
und rettete dadurch die Erbgüter des Hauses im Süderland,
besonders die Burg Altena, den Stammsitz des Hauses. Somit ist
Graf Adolf I von Altena - Mark als der eigentliche Gründer
der Grafschaft Mark anzusehen. Nachdem die Wogen der Erregung
über die unerhörte Mordtat sich gelegt hatten, versuchte
er nach und nach, sich dem Einfluss des Kölner Erzbischöfe
zu entziehen und damit auch ihrer zusätzlichen herzoglichen
(weltlichen) Macht. Zwei Maßnahmen führte Adolf I
gezielt durch. Zum einen verstand er es, viele ihm wohlgesonnene
Adelige in wichtige Positionen bei Gericht oder in der Verwaltung
zu bringen, zum anderen musste die eigene Macht stabilisiert
werden durch Burgen und die Gründung von befestigten Städten.
Das Recht der Bewilligung der Erbauung von Burgen und beseitigten
Städten hatte aber seit 1180 der Erzbischof von Köln,
der die Zustimmung zur Befestigung der Stadt Hamm zuerst nicht
geben wollte. Im blutigen Kampf gegen den Kölner Erzbischof
gewannen 1288 die Grafen von Altena und ihre Freunde und erhielten
so viele Rechte zugesprochen, u.a. auch das Recht, Burgen und
befestigte Städte zu bauen. So ist es nicht verwunderlich,
dass besonders in den letzten Jahrzehnten des 13. Jhds. viele
Städte und Burgen in der Grafschaft Mark erbaut wurden.
Die Kämpfe, in denen die märkischen Grafen siegreich
waren, gingen jedoch sowohl kriegerisch als auch juristisch weiter.
So kam 1447 die Stadt Soest aus dem Kölner Machteinfluss
zum Machteinfluss der märkischen Grafen. Im Kampf gegen
die Bischöfe von Münster konnten sich die märkischen
Grafen nicht durchsetzen, so dass die Lippe endgültig die
nördliche Grenze der Grafschaft Mark wurde. Dadurch, dass
die Städte der Grafschaft Mark wirtschaftlich aufblühten,
stieg der politische Einfluss der märkischen Grafen immer
mehr.
1333 heiratete Adolf II. Margareta von Cleve. Aus der Ehe ging
der älteste Sohn Graf Engelbert III. von der Mark, *1333
der Stifter des Bochumer Maiabendfestes hervor. 1391 wurde die
Grafschaft Mark mit dem Herzogtum Cleve vereinigt. Daraufhin
verlor die Burg Mark die Bedeutung, die sie als Sitz der Grafen
im Mittelalter gehabt hatte. 1609, nach dem Tode des kinderlosen
Johann Wilhelm, fiel die Grafschaft Mark und mit ihr die Burg
und die Stadt Hamm an das Haus Brandenburg - Preußen. Quartier
nahmen die neuen Landesherren aus Berlin nicht mehr auf der Burg.
Stattdessen diente ihnen bei ihren Reisen in den Westen der im
Osten der Stadt errichtete Grafenhof als Quartier, von dem nichts
mehr erhalten ist, der sich aber in Marians Stich von 1647 von
der Stadtmauer im Osten heraushebt. Nach der Verlegung des Hauptwohnsitzes
nach Cleve wurde der Verfall der ehemaligen Burg besonders durch
den 30jährigen Krieg beschleunigt.
1819 erstand der Major Vorster das ganze Anwesen Mark mit
dem Burghügel. Die Erben verkauften das Anwesen Mark zusammen
mit Kentrop an Richard Loeb, den Besitzer von Caldenhof. 1918
gingen dann der Burghügel und 1938 der Hof in den Besitz
der Stadt Hamm. Von der alten Wasserburg sieht der Besucher heute
nur noch ein Gelände mit dem künstlichen Burghügel
und den von der Geithe gespeisten Graben. In der Nähe liegt
das "Markgrafenufer", das eigentlich dem Erbauer der
Burg zu Ehren "Graf von der Mark - Ufer" heißen
müsste.
Burg Wetter
Die Burg Wetter wird zum ersten Mal im Jahr 1273 erwähnt,
als Graf Engelbert II. von der Mark sie als Hochzeitsgeschenk
seinem Sohn Eberhard übergab. Die Burg Wetter wurde von
den Grafen von der Mark hauptsächlich als märkischer
Vorposten gegen das kurkölnische Volmarstein mit dem Ziel
der territorialen Durchdringung und Sicherung der Gebiete südlich
und nördlich der Ruhr errichtet. Etwa ab 1300 wird von der
Burg Wetter aus das Amt Wetter verwaltet, das zunächst aus
Wetter und Ende besteht. Nach der Zerstörung Volmarsteins
1324 kommen Volmarstein, Wengern und Herdecke dazu, einige Jahrzehnte
später auch die Gerichte Schwelm und Hagen. Fast ein Jahrhundert
lang gehört das Gericht Westhofen ebenfalls zum Amt Wetter.
Mit der Einführung der märkischen Amtsverfassung kam
auch zu Beginn des 14. Jahrhunderts ein Amtmann der Grafen von
der Mark, der in der Regel dem regionalen Adel angehörte,
nach Wetter. Fast gleichzeitig, 1355 unter Graf Engelbert III.
von der Mark, erhielten Freiheit und Dorf, die eine Verwaltungseinheit
bildeten, das Freiheitsprivileg. Das bedeutete hauptsächlich
eine kommunale Selbstverwaltung, eine begrenzte örtliche
Gerichtsbarkeit mit der Lösung vom gräflichen Gericht
und das Recht zur Bürgermeisterwahl. 1391, nach dem Tode
des Grafen Engelbert III. von der Mark, er verstarb am 22. Dezember
1391 auf Burg Wetter, fällt die Mark durch Erbschaft an
den kleveschen Zweig der Familie. Seit 1417 führen die Landsherren
den Titel "Herzog von Kleve und Graf von der Mark".
1511 kommen die Länder Jülich, Berg und Ravensberg
an Kleve-Mark. 1614 werden die Länder geteilt, wobei Kleve-Mark
und Ravensberg an Brandenburg fallen. Seitdem ist die Mark mit
dem Geschick des Hauses Hohenzollern verbunden.
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C |
CHAT
Unter diesem Begriff wird die Online-Unterhaltung zwischen
zwei oder mehreren Usern eines Online-Systems verstanden.
Erstmalig am 6. April 2001 wird die Bochumer Maiabendgesellschaft,
vertreten durch den Vorstand, live im Chat-Room auf der vereinseigenen
Homepage sein.
Corpsführer
Führer des Spielmann- bzw. Fanfarenzuges bei öffentlichen
Auftritten der Klangkörper der Bochumer Maiabendgesellschaft.
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D |
Degen
Degen hat mit dem altertümlichen Degen (= Kriegsmann,
Held) nichts zu tun, obwohl das heutige Sprachgefühl es
damit vermengt. Dieses Wort ist uralt und kommt schon z. B. im
Hildebrandtsliede (8.Jahrhundert) vor, lautet im ahd. - degan
-, im Angelsächsischen - thegn -, bedeutet ursprünglich
Knabe, junger Mann und scheint mit dem griechischen - téknon
( = Kind) urverwandt zu sein. Ausdrücke wie alter "Haudegen",
"Raufdegen" usw. beruhen mithin auf einer Vermischung
zweier grundverschiedener Wörter. Im Italienischen und Spanischen
als - dega -, im Französischen als - dague - bezeichnet.
Die Herkunft ist jedoch unsicher; vielleicht stammt es aus dem
Persischen. Es bezeichnet im 15. Jahrhundert einen längeren
Dolch, der sich dann, als Hieb- und Stichwaffe, zum Degen (Hau-
oder Stoßdegen) entwickelt und das Schwert verdrängt.
Nach dem Verschwinden der Lanze wird der Degen im 16./17. Jahrhundert
zur Waffe der Reiterei und der Vornehmen.
Den Offizieren der Bochumer Maiabendgesellschaft ( ab Fähnrich
aufwärts) vorbehalten, zur Uniform gehörenden. Es werden
Säbel, Löwenkopf- und Kavaliersdegen getragen. Der
Pallasch ist eher selten.
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E |
Ehrendamen
Der Überlieferung nach handelt es sich bei den Ehrendamen
um die 7 Töchter des Bürgermeisters der Stadt Bochum.
Aus dieser Tradition heraus gehören sie zum Junggesellenoffizier
- unter Führung eines Ehrendamenoffiziers -. Die maximal
7 Ehrendamen tragen bei offiziellen Anlässen die "Blau-Weißen-Farben"
und fahren zum Ausmarsch unter Führung des Ehrendamenoffiziers
in Kutschen nach Harpen.
Ehrengericht
Der Grundgedanke der Ehrengerichte lehnt sich an die altgermanische
Rechtsanschauung an, dass der freie Mann nur von seinesgleichen
abgeurteilt werden solle. Bereits Gustav Adolf setzte für
seine Offiziere Regiments-Ehrengerichte ein, die über Beleidigungen
befanden. In Preußen wurden zum ersten Male in dem 1784
ausgearbeiteten Entwurf eines Gesetzbuches des Allgemeinen Landsrechts
Ehrengerichte zur Verminderung und Regelung der Zweikämpfe
vorgeschlagen; doch kam dieser Gedanke Friedrichs des Großen,
der ein Gegner des Zweikampfes war, nicht zur Ausführung,
da sein Nachfolger hierüber anders dachte. Erst in der "Verordnung
über die Bestrafung der Offiziere" vom 03.08.1808 erging
zuerst eine gesetzliche Bestimmung über Einführung
der Ehrengerichte bei dem Offizierskorps des stehenden Heeres;
darin wir zum ersten Male das dienstliche und außerdienstliche
Verhalten eines Offiziers der entscheidenden Beurteilung der
Kameraden unterstellt und das dabei zu beobachtende Verfahren
als "Ehrengericht" bezeichnet. In der Landwehrordnung
vom 21.11.1815 wurden die Vorschriften über die Bildung
von Ehrengerichten bei den Landwehr-Bataillonen gegeben. Das
österreichische Heer führte 1867 Ehrengerichte ein.
In der deutschen Armee bestanden sie bis 1919. Reichswehr und
Wehrmacht verfügten in Ehrensachen der Offiziere über
einen den Kommandeuren unterstellten Ehrenrat.
Das Junggesellenoffizier-Corps verfügt über die Institution
des Ehrengerichtes.
Eichbaum-Silbertaler
Diese wurden zum ersten Mal 1996 beim 608. Maiabendfest öffentlich
versteigert. Der Erlös aus dieser jungen Tradition kommt
jährlich einer Bochumer Jugendorganisation zugute, vor dem
Hintergrund der Jugendberufshilfe (Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsförderung
und Berufsqualifizierung).
Die 3 Eichbaum-Taler, eine althandwerkliche Einzelausfertigung,
sind aus 999er Feinsilber, haben Einzelgewicht von 35 Gramm bei
45 Millimeter Durchmesser und zeigen Motive des Bochumer Maiabendfestes.
Bewacht vom Junggesellen-Offizier-Corps und dem Grafen Engelbert
mit seinen Mannen werden die Silbertaler ab Harpen an die Junggeselleneiche
gebunden und somit vor Sonnenuntergang durch das Becktor in die
Stadt gebracht. Die öffentliche Einzel- Versteigerung wird
auf dem Husemann-Platz durchgeführt wobei der Ersteigerer
neben seinem Silbertaler eine durch den Bochumer Oberbürgermeister
und den Junggesellenhauptmann unterzeichnete Echtheitsurkunde
erhält.
Exerzieren
Exerzieren heißt entsprechend dem lateinischen exercere
"üben". Das Exerzieren war ursprünglich u.a.
die Ausbildung in der Bewegung geschlossener Abteilungen, eine
der damaligen Zeit angemessenen Gefechtsausbildung. Mit der fortschreitenden
Entwicklung moderner Armeen verlor das Exerzieren an Bedeutung.
Im ursprünglichen Wesen des Exzerzierens im Sinne von "üben"
hat es in der militärischen Ausbildung seinen Wert behalten.
Einmal im Jahr - kurz vor dem Maiabendfest - "exerzieren"
die Maischützen anlässlich des Exerzierabends.
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F |
Fähnrich
Fähnrich heißt eigentlich Fahnenträger. Bei
den Landsknechten trug der Fähnrich (Fenrich, Fendrich),
der ein kräftiger, stattlicher, im Kampfe erprobter Mann
sein musste, die Fahne, die ihm "als seine Braut und leibliche
Tochter" anvertraut war und für die er mit Ehre und
Leben haftete. Solange das "Fähnlein fleuchte und ein
Stück (der Fahne) an der Stangen ist", sollen die Kriegsleute
dem Fähnrich in den Tod folgen, "bis alles über
einen Haufen auf der Walstatt lieget". In den Soldatenliedern
des 16./17. Jahrhunderts spielte dies eine große Rolle.
Im altpreußischen Heere gehörten die Fähnriche
zu den Offizieren.
Unterster Offizierdienstgrad im Junggesellenoffiziercorps,
der nach erfolgreicher Teilnahme an der Fähnrichprüfung
- verbunden mit dem "Du" innerhalb des Offiziercorps
- und nach der Vereidigung an der Junggeselleneiche des jeweiligen
Vorjahres durch den 1. Vorsitzenden, verliehen wird. Bis zur
Ernennung zum Leutnant stellen die Fähnriche das Fahnenkommando
des Junggesellenoffiziercorps.
Fahne
Das mhd., van(e), ahd. fano und got. fana haben ebenso das stammverwandte
lat. Pannus die Grundbedeutung "Tuch". Das indogermanische
pan (=Gewebe) ist die gemeinsame Sprachwurzel. Demnach ist "Fahnentuch"
eine überflüssige Worthäufung zweier sinngleicher
Wörter. Die Bedeutung "Feldzeichen", Banner"
hat sich wohl früh durch die Zusammenfassung des ahd. Gundfano
(=Kampftuch) ergeben. Erst später wurde auch die Stange,
an die das Tuch im Gegensatz zur Flagge befestigt ist, mit in
die Bezeichnung Fahne einbegriffen. Seit dem 9. Jahrhundert sind
in den Heeren bereits Fahnen in der noch heute gebräuchlichen
Form bekannt.
Ursprünglich im Einsatz als Erkennungs- und Richtungszeichen
benutzt, diente die Fahne auch als Sammelpunkt eines Heereshaufens.
Während der Schlacht wurde sie oft zur Befehlsübermittlung
verwandt. So führte beispielsweise das deutsche Fußvolk
im 18. Jahrhundert zwei Fahnen, die Avancierfahne für den
Vormarsch und die Retirierfahne für den Rückzug. Nach
der zunächst rein zweckbestimmten Verwendung als Erkennungszeichen
und Sammelpunkt erhielt die Fahne durch die auf sie vereidigte
und ihr auf Leben und Tod folgende Truppe symbolische Bedeutung.
Die Ehre des Truppenteils war auf das engste mit dem Schicksal
seiner Fahne verbunden.
Die Corps und Kompanien innerhalb der Bochumer Maiabendgesellschaft
haben als Erkennungszeichen ihre eigene, z.B. I.O.C.- bzw. Kompanie-Fahne.
Die Fahnenmuster sind unterschiedlich, weisen aber die traditionsgemäßen
Kokardenfarben (blau-weiß) und das Bild des Stifters des
Maiabendfestes sowie den Namen des Fahnenstifters auf verschiedene
Fahnen haben zusätzlich ein oder mehrere Fahnenbänder
mit unterschiedlichen Motiven und Schriftzügen.
Fangschnur
Hierbei handelt es sich um Uniformzierschnüre. Bei der Reitertruppe
verband sie die Kopfbedeckung mit der Uniform. In der Soldatensprache
werden diese Achselbänder der Offiziere, die man vor der
Achsel trägt, auch "Affenschaukel" genannt.
In der Bochumer Maiabendgesellschaft ist das Tragen der silberfarbenen
Fangschnur den Adjutanten vorbehalten.
Fehde
In ihr wird in legitimer und geregelter Weise Gewalttätigkeit
ausgeübt, um einen Rechtsstreit zu entscheiden. Nach dem
germanischen Recht stellt sie das zwischen Verbrecher und Verletzten
bestehende Verhältnis der Feindschaft dar, das die Grundlage
erlaubter Rachehandlungen bildete.
Fehdewesen
Im Frühmittelalter hatten die Familienangehörigen
und Verwandten die Pflicht, den Totschlag oder die Beleidigung
eines Angehörigen ihres Geschlechtes oder ihrer Sippe mit
Waffen zu rächen. Der eventuelle Totschläger oder dessen
Familienangehörigen und Verwandten konnten den nun drohenden
Fehdekrieg verhindern, indem sie einen Teil ihres Viehbestandes
oder ihrer Waffen der Sippe des Getöteten anboten oder Geldbuße
leisteten. In der Lex Frisionum, die etwa 802 n. Chr. aufgezeichnet
wurde, war die Höhe dieses Buß- oder Wehrgeldes von
der begangenen Tat abhängig:
1. Wenn jemand einen anderen aus Zorn an den Kopf schlägt,
dass er ihn taub macht, büße er 24 Schillinge.
2. Wenn jener stumm wird, aber dennoch hören kann, büße
er 18 Schillinge.
3. Wenn jemand einen anderen so schlägt, was sie Beulenschlag
nennen, büße er einen halben Schilling.
4. Wenn er aber Blut vergießt, büße er einen
Schilling.
5. Wenn er ihn schlägt, dass die Hirnschale erscheint, büße
er mit 2 Schillingen.
6. Wenn der Knochen durchgeschlagen wird, büße er
mit 12 Schillingen.
7. Wenn das Schwert die Haut, von der das Hirn umschlossen ist,
berührt, büße er 18 Schillinge.
8. Wenn diese Haut zerrissen wird, so dass das Gehirn heraustreten
kann, büße er 24 Schillinge.
9. Wenn jemand einem anderen ein Ohr abschlägt, büße
er 12 Schillinge.
10. Wenn er die Nase abschlägt, büße er 24 Schillinge.
11. Wenn jemand die oberste Stirnfalte mit einem Hieb quer durchschlägt,
büße er mit 2 Schillingen.
12. Wenn er die darunter durchschlägt, büße er
mit 4 Schillingen.
13. Wenn die dritte, die zunächst den Augen liegt, büße
er mit 2 Schillingen.
14. Wenn er eine Augenbraue durchschlägt, büße
er mit 2 Schillingen.
15. Wenn er ein Augenlid, ein oberes oder unteres verwundet,
büße er mit 2 Schillingen..."
Für einen Schilling konnte man sich zu Beginn des 9.
Jhs. ein einjähriges Rind kaufen!
Aber oft waren die Verwandten des Ermordeten zu stolz, um sich
ihr Racherecht mit Geld abkaufen zu lassen. Und so konnte ein
Totschlag zu einer langjährigen Fehde zwischen zwei Familien
führen, die vielen unschuldigen Menschen das Leben kostete.
Damit die Fehde nicht zum Mord und damit straffähig wurde,
hatten die Betroffenen folgende Regeln zu beachten:
1. Die Fehde, egal ob unter Rittern oder zwischen Rittern und
Städten, musste durch einen förmlichen Fehdebrief angesagt
werden.
2. Die Tötung Unschuldiger war verboten.
3. Das Niederbrennen von Häusern und das Verwüsten
von Land war jedoch erlaubt.
4. Während der Fehde musste der Frieden in der Kirche, im
Hause, beim Gang zur Kirche, bei der Rückkehr von der Kirche,
beim Gang zum Gerichtstermin und bei der Rückkehr vom Gerichtstermin
beachtet werden.
Die Hauptleidtragenden dieser kriegerischen Auseinandersetzungen
waren die Bauern und ihre Familien. Ihnen verwüstete man
nicht nur die Felder, sondern raubte und tötete ihr Vieh,
zündete ihre Scheunen, Ställe und Häuser an und
legte auch Hand an sie und ihre Familienangehörigen. Die
kämpfenden Parteien gaben z.T. erst dann auf, wenn sie sich
bis zum letzten Mann niedergemetzelt hatten.
Die Könige verloren durch das Fehdewesen nicht nur ihre
Kämpfer, sondern mussten mit ansehen, wie ganze Landstriche
zerstört wurden. So ist verständlich, dass schon die
Merowinger die Fehde verbieten lassen wollten. König Childebert
II. (+ 596) erließ im Jahre 596 ein königliches Dekret,
in dem die Tötung im Rahmen der Fehde untersagt wurde. Auch
in westgotischen, burgundischen und bayrischen Volksrechten wurde
ein völliges Fehdeverbot befohlen. Aber die Verbote brachten
nichts!
Erst im 11. Jh. versuchten Kirche und König, nun gemeinsam
gegen die Fehden vorzugehen. Die Rachehandlungen wurden generell
vom Freitag bis Sonntag, an allen hohen Festen, in der Fasten-
und in der Adventszeit untersagt. Wer dagegen handelte, musste
mit der Exkommunikation, der Verbannung und verschiedenen Züchtigungsstrafen
rechnen. Ein totales Verbot konnte aber erst im Jahre 1495 ausgesprochen
werden. Die Totschläger hatten sich von nun an auf folgende
Art und Weise beim Getöteten, seinen Angehörigen und
Verwandten zu entschuldigen:
"In der Kirche oder am Friedhof musste der Täter öffentlich,
manchmal mit brennenden Kerzen in der Hand oder im Büßerhemd,
oft verbunden mit bitten. Daran schloss sich die förmliche
Verzeihung um Gottes willen und der Sühneeid (Urfehde),
der mit Friedenskuss und Trinkgelage gefestigt wurde. Neben einer
Geldleistung musste der Täter häufig Seelenmessen stiften,
ein Stein- oder Holzkreuz als >Sühnekreuz< errichten,
eine Wallfahrt zu Ehren Gottes und des Erschlagenen unternehmen
und ähnliches.
Feldwebel
Das Wort Feldwebel lautet ursprünglich Feldweibel. Den zweiten
Bestandteil "Weibel" leitet man gewöhnlich her
von dem mhd. Zeitwort weiben, das "weben" bedeutet,
an die schnelle Bewegung des Weberschiffchens erinnernd; auch
sich hin und her bewegen. Es deutet also auf geschäftige
Tätigkeit. "Weibel" heißt in Schwaben heute
noch der Gerichtsdiener.
Bei den Landsknechten gab es Gemeinweibel und Feldweibel; beide
waren Mittelpersonen zwischen dem Hauptmann und den Knechten.
Die Gemeinweibel wurden monatlich im Ringe der Knechte gewählt,
die Feldweibel wurden vom Feldobersten eingesetzt.
Der Feldwebel war nächst dem Hauptmann schon bei den Landsknechten
der wichtigste Mann der Kompanie und diente diesem als Stütze
bei den schriftlichen Geschäften. Bei Verhandlungen zwischen
dem Hauptmann und den Knechten bildete er den Mittelsmann. Zwischen
Uneinigen war er Schiedsrichter; darüber hinaus Drillmeister.
Somit war er der weise Mann der Kompanie. Schon in einer Vorschrift
für die Kurfürstlich-Brandenburgischen Truppen aus
der Zeit des Kurfürsten Friedrich III. heißt es:"
Der Feldwebel hat fast die ganze Last der Companie auff sich,
und nichts bey der Compagnie geschehe, es sey so geringe, alß
es wolle, das er nicht nachricht darvon habe."
Innerhalb der Bochumer Maiabendgesellschaft wird der Dienstgrad
von Maischützen in den Junggesellengruppen geführt.
Bei den Klangkörper nennt man sie Musikfeldwebel.
Die Ernennung zu diesem Dienstgrad erfolgt anlässlich des
Exerzierabends durch den Junggesellenhauptmann auf Vorschlag
der Gruppen- bzw. Corpsführer.
Feldwebelleutnant
Für einen Einsatzfall wurde zur Besetzung von Offizierstellen
bei den Ersatztruppenteilen, der Landwehr und dem Landsturm mit
"Allerhöchste Kabinetts-Order" (A.K.O.) vom 15.11
1877 der Dienstgrad "Feldwebelleutnant" in Preußen
eingeführt. Diesen Dienstgrad konnten zunächst nur
wiedereinberufene, längerdienende Unteroffiziere erreichen.
Ihre Uniform entsprach der der Vizefeldwebel; Degen, Fußbekleidung
und Schulterstücke waren dem Leutnant gleich. Ansonsten
war die Uniform noch mit den Tressen und Auszeichnungsknöpfen
der Unteroffiziere versehen, daher nannte man diese verärgert:
"Kainszeichen", hinzu kam, dass sie, meist altgedient,
immer noch unter dem jüngsten Leutnant rangierten.
Innerhalb der Maiabendgesellschaft wird diese Dienstgradbezeichnung
auch heute noch geführt.
Fröndenberg
'Frundeberg' ist die älteste bekannte Form des Ortsnamens
Fröndenberg; er ist zu finden in einer Urkunde des Papstes
Coelestin III. aus dem Jahre 1197, ausgestellt für das bei
Bentrop gelegene damalige Prämonstratenserkloster Scheda,
das 1147 erwähnt wird und seine Gründung der Edelfrau
Wiltrudis und ihrem Sohn Rathard aus dem Geschlecht der Rüdenberger
verdankt. Um 1170 wird Rabodo von Rüdenberg auch als 'de
Dalewic' (von Dellwig) bezeichnet. Sein Erbe ging auf die Söhne
des Edelherrn Jonathas von Volmarstein über. Sie bauten
sich an der Ruhr bei dem Dorfe Ardey eine Burg. Dort nahmen sie
ihren Wohnsitz und nannten sich danach 'von Ardey'. 1296 lag
diese Burg im Gebiet der Grafen von der Mark. 1318 wird zum letzten
Male von einem Edelherrn von Ardey berichtet. Von der Burganlage
blieben nur Mauerreste und Gräben übrig. Den Burgberg
durchschneidet heute die Eisenbahnlinie nach Unna.
Bei dem Dorfe Fröndenberg gründete der Kölner
Erzbischof Heinrich von Molenark zwischen 1225 und 1230 ein Kloster
für Zisterzienserinnen. Graf Otto von der Mark, der später
auch 'von Altena' nach seiner gleichnamigen Burg hieß,
ließ auf seine Kosten den Bau der Klosterkirche beginnen
(heutige Stiftskirche).Er gilt als deren Stifter. Nach den in
der Zeit von 1257 bis 1270 ausgestellten Urkunden leitete seine
Schwester Richardis als Äbtissin das Kloster. Der Patron
des Klosters war neben der Jungfrau Maria der Märtyrer Mauritius
(Anführer der Thebaischen Legion, Martertod um 300 zu St.
Moritz in Wallis/Schweiz). Das Fröndenberger Wappen zeigt
ihn in Ritterrüstung über dem märkischen Schachbalken.
Das Kloster der Zisterzienserinnen wurde allmählich in
eine Versorgungsstätte für die Töchter des südwestfälischen
Adels umgewandelt. 1550 spricht man urkundlich von einem freien
Stift. Äbtissin und Stiftsdamen trugen an ihrer Tracht seit
dem 18. Jahrhundert das Mauritiuskreuz. Am Mauritiustage (22.
September) hatten die Fröndenberger in der 'Freiheit' eine
Kirmes mit einem Markt. Im 17. Jahrhundert waren die Stiftsdamen
lutherisch, katholisch oder reformiert. Ebenso hatten sich im
Stift und in der Bauernschaft Fröndenberg drei christliche
Gemeinden gebildet, die an Sonn- und Feiertagen abwechselnd die
ehemalige Klosterkirche, jetzt Stiftskirche genannt, benutzten.1837
vereinigten sich Lutheraner und Reformierte zur evangelischen
Gemeinde.1894 hatten die Katholiken auf dem Sodenkamp ein neues
Gotteshaus, die Marienkirche; aber die Stiftskirche blieb Simultankirche.
Das Stift Fröndenberg bestand bis 1812. Damals verfügte
es über 187 landwirtschaftliche Betriebe, aufgeteilt in
'Höfe', 'Kolonien', 'Kotten' und 'Stellen', die im Umkreis
von rund 20 km beiderseits der Ruhr lagen. Außer der frühgotisch
begonnenen Stiftskirche, deren hoher Westturm erst 1900-1902
angebaut wurde, blieben das angrenzende Boeselagerhaus, die beiden
Abteigebäude von 1607 und 1661 und das Stiftshaus an der
'Steinernen Treppe' erhalten.
In der 1230 erbauten Stiftskirche zu Fröndenberg befindet
sich der Sarkophag des Graf Engelbert III. von der Mark. Dorthin
wurde er, seinem letzten Willen folgend, unter Bewachung von
500 Gefolgsamen und erheblichen Verlusten durch kriegerische
Angriffe der kölnischen Stadt Menden nach seinem Tode am
22. Dezember 1391 beigesetzt. Aus Dankbarkeit für die Stiftung
des Maiabendfestes erfolgt dort alljährlich - am 3. Sonntag
im April - die feierliche Kranzniederlegung der Bochumer Maiabendgesellschaft.
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G |
Graf
Ein Beamter, der wahrscheinlich aus der königlichen Hausherrschaft
und Dienstmannschaft hervorgegangen ist und der im Auftrage des
Königs bei den Thingversammlungen für die Durchsetzung
des dort besprochenen Rechts zu sorgen hatte.
Graf Adolf II. von der Mark
Sohn des Grafen Engelberts II. von Mark. Graf Adolf II. regierte
die Grafschaft Mark nach dem Tode seines Vaters bis 1346. 1333
heiratete er Margarethe(a) von Cleve; ihr ältester Sohn
war Graf Engelbert der III. von der Mark.
Graf Engelbert II. von der Mark
Regierte die Grafschaft Mark in der Zeit von 1308 bis 1328.
Im Jahr 1321 verlieh Graf Engelbert II. von der Mark auf der
Burg Blankenstein Bochum die Stadtrechte.
Graf Engelbert III. von der Mark
Ältester Sohn des Grafen Adolf II. von der Mark und seiner
Gemahlin Margarethe(a) von Kleve. Das Datum seiner Geburt ist
nicht genau überliefert; es liegt wohl in 1333. Im Jahr
1346 folgte er seinem Vater in der Regierung. Die Grafschaft
Mark regierte er bis 1391. Graf Engelbert III. von der Mark verstarb
am 22. Dezember 1391 auf der Burg Wetter und liegt in der Stiftskirche
zu Fröndenberg begraben. Er gilt als der Stifter des Bochumer
Maibendfestes im Jahre 1388 nach der "Großen Dortmunder
Fehde" (Graf von der Mark und der Erzbischof von Köln
erklären der Reichsstadt Dortmund den Krieg und belagern
diese ohne Erfolg) und als Schutzpatron der Bochumer Maiabendgesellschaft.
Graf Engelbert - Denkmal
Dem Stifter des Bochumer Maiabendfestes ein Denkmal zu errichten,
war der Wunsch vieler Bochumer Bürger um die Jahrhundertwende.
Oberbürgermeister Fritz Graff setzte sich aktiv ein. 1909
bildete sich ein Denkmalsausschuss im damaligen Schützenverein.
Alex Soeding übernahm den Vorsitz des Ausschusses. Oberbürgermeister
Graff, der alljährlich im Gehrock und Zylinder mit den Schützen
nach Harpen zog, schlug als Standort für das Denkmal die
Kreuzung der damaligen Friedrichstraße mit der Bahnhofstraße
vor. Heute heißen diese Straßen Kortum- und Brüderstraße.
Hier sollte ein Brunnen errichtet werden, den das Standbild des
Grafen Engelbert schmücken sollte. Die Stadt war zwar bereit,
die Plastik des Grafen aufzustellen, doch die Kosten dafür
wollte sie nicht tragen. Eine Umlage unter den Mitgliedern des
Schützenvereins ergab nur einen Teilbetrag. Doch nun mussten
Groschen und Marken zusammengetragen werden, bis "die Kasse
stimmte".
Der Bochumer Bildhauer Markus Wollner schuf ein Brunnenbecken
aus Granit; in der Mitte stand eine achteckige Säule mit
vier Wasserspeiern. Auf dieser Säule reckte sich Graf Engelbert
III. von der Mark in schwerer Rüstung mit geöffnetem
Visier. In der rechten Hand hielt er eine Urkundenrolle, Sinnbild
für die Stiftung des Maiabendfestes.
Beim Schützenfest im August 1910 wurde das Denkmal feierlich
enthüllt. Der Männergesangverein "Schlägel
und Eisen" sowie die Städtische Kapelle unter Leitung
von Franz Merkert sangen und spielten. Der Vorsitzende des Schützenvereins,
Justizrat Otto Hünnebeck, hielt die Festrede.
Vor dem Brunnen versammelten sich jährlich das Junggesellenoffiziercorps
und der Vorstand, wenn die jungen Fähnriche vereidigt wurden.
Dann schmückte ein Kranz mit blau-weißer Schleife
den Grafen Engelbert.
Zu seinen Füßen aber ließen kleine Jungen Papierschiffchen
schwimmen, und junge Leute kühlten sich an heißen
Sommerabenden ihre Füße im Wasser.
Im Jahre 1944 schlug für das Standbild die Abschiedsstunde.
Figur und die an den Brunnenwänden eingelassenen Reliefs
sollten eingeschmolzen werden. Bis heute blieb ungeklärt,
ob sie eingeschmolzen wurden oder auf einem Schrottplatz landeten
und stückweise verkauft worden sind. Der Torso des Brunnens
mahnte noch nach 1945 an die Bochumer, die in den Kriegsgefangenen-Lagern
auf ihre Heimkehr warteten. Doch der Zahn der Zeit nagte an den
Steinen. Als der Brunnen zusammenzustürzen drohte, trug
man ihn ab. Am 29. April 1964 wurde dann an gleicher Stelle der
Zweite "Engelbert" enthüllt und das Maiabendfest
erhielt durch diesen Akt wieder seine besondere Bedeutung.
Die Grafschaft Mark
Der als "Grafschaft Mark" bezeichnete Teil des westlichen
Westfalens stellt keine ursprünglich natürliche, politische
oder kirchliche Einheit dar. Eine natürliche Grenze weist
er nur im Norden durch die Lippe auf, nach den anderen Himmelsrichtungen
sind die Grenzen meist künstlich oder erst im Laufe der
Jahrhunderte nach und nach durch Linien festgesetzt. Die Landschaft
wies bis um 1900 zwei Teile mit verschiedenem Charakter auf:
Im Norden erstreckte sich die getreidereiche Hochebene des Hellwegs
zwischen Lippe und Ruhr, während sich südlicher das
gebirgige und wasserreiche Süderland mit ausgedehnten Wäldern
und mit mehr Viehzucht als Getreideanbau erstreckt. Die Bodenschätze
in seinem Gebirge wurden mit Hilfe der Wasserkraft zahlreicher
kleiner Zuflüssen der Lenne und Ruhr verarbeitet. Die großen
Wälder lieferten das nötige Brennmaterial. Anhaltspunkte
für den Verlauf der West- und Südgrenze bildeten die
Dialektgrenze. Politisch gehörte das Land, geht man in die
Geschichte zurück, zu Sachsen. Als einheitliches Gebiet
ist die Grafschaft Mark eine Schöpfung ihres Herrschaftshauses,
der Grafen von Altena, einer Nebenlinie des rheinischen Grafen
von Berg.
Die Überwältigung der Sachsen durch die Franken unter
Karl dem Großen (um 800 n. Chr.) und die Verbreitung des
Christentums schufen die Grundlagen für die neuen politischen
Territorien, so auch für die spätere Grafschaft Mark.
Mittel- und Ausgangspunkt der Christianisierung und der politischen
Macht wurde Köln. Zur Zeit Karls des Großen waren
die Bewohner unserer Gegend zum Großteil Ackerbauern und
Viehzüchter, im bergischen Süderland auch Jäger
und Fischer, welche noch nicht den gesamten Boden des Landes
in Privatnutzung genommen hatten. Zwischen den Einzelansiedlungen
mit den Äckern dehnten sich große Strecken gemeinschaftlich
genutzten Wald- und Weidelandes, ja sogar weite Flächen
unberührten Waldes und Ödlands, aus. Vereinzelt kam
es zu Sonderbetrieben wie der Salzgewinnung aus den Solequellen
in und um Soest sowie Eisengewinnung und Eisenverarbeitung im
gebirgigen Süderland. Größere geschlossene Einzelsiedlungen
scheint es nicht gegeben zu haben, wenn auch Soest schon 836
als " villa" (Dorf oder Königshof) gnannt wurde.
Die Grafen von Berg
Nachdem Johann-Wilhelm, der letzte Herzog von Berg - Kleve,
zugleich Herzog von Jülich, Graf von der Mark und Ravensberg,
Bischof von Münster - 1609 gestorben war, wurde sein Erbe
gemeinsam von seinen Schwiegersöhnen verwaltet. Beide, der
Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und der Kurfürst
von Brandenburg, Johann Sigismund, waren lutherisch. Sie wechselten
die Konfession, das Erbe wurde geteilt.
Der Brandenburger wurde reformiert und erhielt 1614 Kleve
und Mark. Der nun katholische Pfalz-Neuburger bekam Jülich
und Berg. Damit neigte sich der eine den Niederländern zu
und der andere den Spaniern. Seit 1614 diente das Herzogtum Berg
den spanischen Truppen gleichsam als Aufmarschgebiet mit Quartier.
Eine Ordnung Brüssel - dem Verwaltungszentrum der südlichen
Niederlande - vom 29. November 1614 bestimmte, dass dort, wo
Truppen einquartiert würden, der Hausherr die beste Kammer
für sich behalten dürfe, die andere aber abgeben müsse.
Die Bestimmung rechnete damit, dass Söldner häufig
auch von ihren Frauen auf Feldzüge begleitet wurden, gewiss
fand man im Tross auch zahlreiche Kinder. Den Einquartierten
war zu gestatten, sich am Feuer des Hauses zu wärmen und
dort das Essen zu kochen.
Falls vorhanden, sollten Söldner auch Schlaflaken bekommen.
Anfangs rechnete man damit, dass die Söldner Nahrungsmittel
kaufen würden, doch bald verwilderten die Sitten. Die Armut
der Bevölkerung nahm zu, die Gegenden verödeten. Es
kam zu Plünderungen und Brandschatzungen. Selbst Offiziere
der eigenen Truppen des seine Neutralität mühsam wahrenden
Pfalzgrafen ließen sich Übergriffe zu Schulden kommen,
die allerdings noch geahndet wurden.
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H |
Hauptmann
"Hauptmann" hatte früher die allgemeine Bezeichnung
von Anführer, Oberbefehlshaber; das Wort bezeichnet also
einen, der wirklich "Haupt-Mann" war und niemand über
sich hatte. Das vom deutschen "hauptmann" gebildete
Wort Hetmann bezeichnete im ehemaligen Königreich Polen
und bei den Kosaken den Oberbefehlshaber des Heeres. Der Oberfeldherr
hieß im mdh. - houbetman oder meister. Burggraf Friedrich
VI. von Nürnberg wurde 1411 von dem deutschen König
Sigmund zum "Verweser und obristen Hauptmann der Marken"
ernannt. "Stadthauptmann" hieß der Befehlshaber
zur sämtlicher Stadtverteidigung aufgebotener Bürger.
Wallenstein wird 1633 in einer "Instruktion oder Memoriale
des Kaisers" als General-Veldt-Hauptmann bezeichnet. Der
Titel hat von einer sehr stolzen Höhe auf seine jetzige
Stellung hinabsteigen müssen. Bei den Landsknechten stand
der Hauptmann an der Spitze des Fähnleins, das er meistens
im Auftrag des Obersten selbst angeworben hatte. Nach der Errichtung
der stehenden Heere blieb insofern eine Erinnerung daran, als
den Hauptleuten die gesamte Verwaltung ihrer Kompanien belassen
wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert verdrängte der Titel "Kapitän"
den "Hauptmann" auf längere Zeit. In die preußische
Armee wurde er wieder eingeführt durch König Friedrich
Wilhelm IV. (1842). Bei der Vollziehung von Patenten bemerkte
er, dass es angemessen sei, den "Kapitän" durch
"Hauptmann" zu ersetzen. Die bayrische Armee nannte
ihre Hauptleute bei den Stäben "Stabshauptmann".
In der Bochumer Maiabendgesellschaft in der Regel Dienstgradbezeichnung
der aktiven und ehemaligen Kompanieführer der I. - IV. Kompanie.
Die aktiven Kompaniehauptleute gehören zugleich dem Vorstand
der Maiabendgesellschaft an. Ferner sind die Angehörigen
des Vorstandes Hauptleute. Darüber hinaus können Offiziere,
die sich besonders um die Maiabendgesellschaft verdient gemacht
haben, zum Hauptmann befördert werden.
Der Hellweg
Auf dem Hellweg (heute B 1) zogen bereits die Römer zur
Eroberung Germaniens nach Osten. Er wurde im 8. Jh. die Hauptverkehrsader
nach Osten. Die Landschaft um diesen Hellweg, der "Via regia",
der Königsstraße, erfuhr durch Karl den Großen
eine erste grundlegende Verwandlung. Königshöfe, Einzelhöfe
und Weiler entstanden.
Wälder wurden gerodet, Wiesen und Weiden angelegt. Neue
Straßen erschlossen das Land; der alte Hellweg wurde ausgebaut
und durch die Anlage von Burgen befestigt. Der Hellweg diente
auch als Nachschubweg in den Kriegen, die Karl der Große
gegen die Sachsen führte. Der Hellweg führte von Mühlheim
über Essen, Bochum, Marl, Dortmund, Unna, Soest und Paderborn.
Überall dort, wo die West - Ost - Achse von Nord - Süd
- Wegen gekreuzt wurde, entstanden die Kerne späterer Städte,
aus denen die Knotenpunkte weiterer Entwicklung hervorgingen
: Duisburg, Essen, Dortmund und Soest waren die bedeutendsten
Orte. Sie wurden Umschlagplätze der Kaufleute und Ballungen
städtischer, geistlicher und fürstlicher Macht. Auf
dem Hellweg wurden zwischen Magdeburg, Goslar, Paderborn, Soest,
Dortmund und Köln Metalle des Harzes nach Westen befördert,
flanderische Tuche und Wein nach Osten. Das Salz der Solequellen
bei Unna, Werl und Soest war ein begehrter Handelsartikel und
begründete den Reichtum in den östlichen Hellwegstädten,
vor allem in Soest. Die nördlich und südlich des Hellweges
liegenden Städte brachten ihre Güter zur dieser Fernhandelstraße,
es kam also zu einem lokalen (örtlich begrenzten) Güteraustausch.
Die Bedeutung der Städte des Hellweges zeigte sich auch
darin, dass sich ihr Recht, besonders das Soester und das Dortmunder
Recht, weit verbreitete. Auch für Hamm wurde in der Gründungsurkunde
das Soester Recht festgesetzt. In dieser Zeit beherrschten den
Handel in Europa auch viele deutsche Städte, die sich im
Hansebund, wie auch Hamm 1469, zusammenschlossen.
Helm
Das aus dem germanischen Sprachbereich stammende Wort "Helm"
(= [Be-]schützer, Schutz "gegen Hiebe") geht über
die mhd. und ahd. Verben helm und helan (=bedecken, verbergen,
verstecken) auf das gleichbedeutende indogerm. kel zurück.
Die Worte hehlen, Hülle, Halle und Hölle sind dieser
Sprachwurzel eng verwandt. Auch die Personennamen Wilhelm und
Helmut (= der Willenkräftige und der mutige Beschützer)
sind in dem Wort enthalten.
Graf Engelbert III. von der Mark trug zu seiner Ritterrüstung
einen sog. Visierhelm.
Während des Ausmarsches nach Harpen trägt unser "Graf
Engelbert" ebenfalls einen Helm zu seiner Ritterkutte.
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I |
I.O.C.
Offizielle Abkürzung des Junggesellen-Offizier-Corps.
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J |
Junggesellenhauptmann
Führer des Junggesellenoffiziercorps; wird auf der jährlich
stattfindenden Jahreshauptversammlung durch die Junggesellenoffiziere
gewählt und durch den Vorstand der Bochumer Maiabendgesellschaft
ernannt. Unter seiner Führung marschieren die Maischützen
sowie die Gastvereine nach Harpen.
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K |
Kinderseite
Eine Site der Vereinshomepage, auf der unsere Jugendlichen
das Wort haben.
Kompanie
Das Wort Kompanie (früher Kompagnie geschrieben) ist
seit dem Mittelalter fast über ganz Europa verbreitet: franz.
Compagnie, ital. Compagnia, engl. Company, span. Compania, portug.
Companhia, poln. Compania, böhm kumpanye. Das Wort hatte
ursprünglich keine militärische Beziehung, sondern
bedeutete einfach Gesellschaft, Gemeinschaft bzw. Genossenschaft.
In der Kaufmannssprache ist es heute veraltet und im Sinne von
"Handelsgesellschaft" nur noch in den Abkürzungen
Co. und Cie. hinter Firmennamen gebräuchlich. In Deutschland
trat Kompanie um 1600 an die Stelle von "Fähnlein"
zur Bezeichnung der taktischen Grundeinheit. Das Wort gewöhnlich
vom mittellateinischen - companium - abgeleitet, das aus cum
( = mit) und panis ( = Brot) zusammengesetzt "Brotgemeinschaft",
"Tischgemeinschaft" bedeutet, also an die Syssitien,
die nach den gemeinsamen Mahlzeiten benannten untersten Heereseinheiten
der Spartaner erinnert. Die Mannschaften ein und derselben Kompanie
wären dann "Kumpane": Leute die miteinander ihr
Brot essen. Nach Grimm dagen scheint das Wort vom lateinischen
- pagus - ( = Gau) zu stammen und compagnia die Landsmannschaft
ausgedrückt zu haben. Für diese Deutung spricht, dass
accompagner ursprünglich zu bedeuten scheint: mit einem
über Land gehen, ihn von Land zu Land zu begleiten.
Das Bataillon der Bochumer Maiabendgesellschaft gliedert sich
in vier Kompanien, die jeweils von einem Kompaniehauptmann geführt
werden. Ihm stehen - in der Regel - neben dem Adjutanten ein
Stab, bestehend aus Schatzmeister, Schriftführer und Presseoffizier
sowie einem Fahnen- und Birkemeierkommando zur Verfügung.
Kokarde
In Frankreich nannte man, anfangs scherzweise, eine farbige,
rosettenförmige Bandschleife am Hute coquarde (später
cocarde). Diesen Namen bekam sie, weil sie wie ein Hahnenkamm
(coq=Hahn) gezähnt war und in bunten Farben schillerte.
Außerdem war der Hahn schon im Altertum das Sinnbild der
Einsatzbereitschaft und Wachsamkeit. Während der französischen
Revolution erhielt die Kokarde eine besondere Bedeutung: Sie
wurde zum Nationalabzeichen. Diesem Beispiel folgten bald auch
andere Staaten.
Nach anderen rührt der Name Kokarde daher, dass Soldaten
ursprünglich einen Stutz aus Hahnenfedern als Erkennungszeichen
an den Kopfbedeckungen trugen. Später traten an die Stelle
der Hahnenfedern Büschel von bunten Bändern, und schon
im 17. Jahrhundert waren farbige Bandschleifen gebräuchlich.
Etwa um 1800 legte man die Bänder rosettenförmig gefaltet
zusammen. Dann fertigte man die so entstandenen Kokarden aus
Leder, schließlich aus geriefeltem Metall.
Als Nationalitätsabzeichen wurde die Kokarde in deutschen
Heeren Anfang des 19. Jahrhunderts üblich. Das Trageverbot
einer Kokarde galt als entehrende Strafe. Preußen, das
eine Armee aus "Landeskindern" anstrebte, führte
die Kokarde 1808 ein, andere Staaten folgten. Schon einmal, wie
heute, führten deutsche Soldaten schwarz-rot-goldene Kokarden
- im Heer des Deutschen Bundes von 1848 - 1851.
An den Schützen- und Offiziermützen sind stirnseitenmittig
auf dem Mützenband die blau-weiße Kokarde befestigt.
Die um 1800 gebräuchliche rosettenförmige Kokarde tragen
die Maischützen links auf ihrer Uniform.
Kuhhirten - Denkmal
Zwischen Propstei und Pauluskirche, an der Bongardstraße
oberhalb des "Alten Marktes, steht das Denkmal von Bochums
letztem Kuhhirten, Fritz Kortebusch und seinem treuen Hund. Bis
1870 führte er das Vieh der Bürger zum kostenlosen
Fressen auf die städtischen Weide (Vöde), dem heutigen
Stadtpark, in dem auch bis 1996 jährlich die Junggeselleneiche
gepflanzt wurde. Nach der Einschmelzung des Denkmals im zweiten
Weltkrieg wurde 1962 eine Nachgestaltung des 1908 errichteten
Originals wieder aufgestellt.
In der III. Kompanie der Bochumer Maiabendgesellschaft nennt
sich eine Junggesellengruppe "Gruppe Kortebusch". Darüber
hinaus wird u.a. der amtierende Junggesellenhauptmann an diesem
Denkmal den Bürgern der Stadt Bochum vor dem Maiabendfest
anlässlich des Schützenbiwaks vorgestellt.
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