Karl Arnold Kortum
 
 Dr. Karl Arnold Kortum
Dr. Karl Arnold Kortum

Kurz: Seine Arzneien waren durchgehend kräftig.
Purgierten wenigstens vierzigmal heftig.
Und wer sie nahm morgens nüchtern und frisch,
Dem ward Magen und Darm so rein wie ein Fisch.

(ur) Karl Arnold Kortum, volkstümlicher Humorist, wurde am 05. Juli 1745 in Mülheim an der Ruhr geboren, wo sein Vater eine kleine Apotheke besaß. Nach absolvierten Gymnasialstudien in Dortmund bezog er die Universität in Duisburg und ließ sich nach seiner Verheiratung in Bochum, einem damals kleinen Städtchen, als "Facharzt für innere Krankheiten" bzw. "Bergarzt" nieder. Am 15.08.1824 nahm ihm der "Sensenmann", der Karl Arnold Kortum in seiner "Jobsiade" so oft beschrieben hatte, Skallpell und Feder aus der Hand. Auf dem alten parkähnlichen Friedhof, dem heutigen Kortumpark, ruht er unter hohen Bäumen. Seine Gruft liegt neben den neuen Wasserspielen an der Wittener Straße, die von seiner Praxis im heutigen Stadtkern Bochums in Richtung Altenbochum führt.

Mit glücklichem Witz und einer starken satirischen Ader begabt, schuf er 1784 das komische Epos "Leben, Meinungen und Thaten von Hieronymus Jobs, dem Candidaten", kurzweg: "Die Jobsjade" (1799) genannt, in der der Dichter das Leben der deutschen Kleinstädter und Philister, der Gelehrten und Pedanten seiner Zeit mit überzeugender Wahrheit in den köstlichsten Knittelversen schilderte und mit grotesken Holzschnitten bebilderte, zu denen auch W. Busch Karikaturen erstellte.

Das Epos erregte sofort bei seinem Erscheinen das größte Aufsehen und fand die weiteste Verbreitung, und noch heute hat Kortums poetische Glanzleistung, unbestritten das beste komische Heldengedicht unserer Literatur, nicht von seiner frische und Ursprünglichkeit verloren.

Als Proben lassen wir drei in sich abgeschlossene Teile des Werkes, den charakterlichen Brief Jobsens an seine Eltern nebst Antwort des Vaters, sowie das unübertreffliche "Examen" folgen, dessen drastische Komik Meister Hasenclevers Stift so lebensvoll veranschaulicht hat.

Hieronimus Jobs schreibt an seine Eltern
Des Vaters
Antwort
Das
Examen