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Melodie: Strömt herbei, ihr Völkerscharen

Dreizehnhundertachtundachtig / War die Fehde heiß entbrannt,
Und die freie Reichstadt Dortmund / War von manchem Feind berannt.
Auch Graf Engelbert der Dritte / Unter diesen Feinden war,
Und er kämpft als der Besten / Einer in der Feinde Schar.

    Bochums tapf`re Bürgersöhne / Kampfesmutig jeder Zeit,
    Halfen treulich ihrem Grafen / in dem ausgebroch`nen Streit.
    Und als einst die Bürger Dortmunds / Eine Menge Vieh geraubt,
    Haben sie zurückgewonnen / Dieses, eh`e man`s noch glaubt.

Engelbert war sehr erfreuet, / Und in seiner Dankbarkeit
Hat er Bochums Junggesellen / Eingesetzt für alle Zeit.
Ein Vermächtnis zu belohnen / Diese Tat und es entstand
Uns`rer Stadt ein Fest das heut / Wird Maiabendfest genannt.

    Immerfort ist nun gefeiert / Dieses Fest, so groß und schön,
    Wenn es auch im Lauf der Zeiten / Manche Änd`rung mußte seh`n.
    Und wenn wieder kommt gezogen / In das Land der Monat Mai,
    Eilen Bochums Junggesellen / Zu begehen es auf`s neu.

D`rum auch sei des Festes Stifter, / Von der Mark Graf Engelbert,
Allen Bürgern der Stadt Bochum / Immer lieb und immer wert.
Er hat uns mit seiner Gabe / Unser schönes Fest gebracht,
Dankbar sei darum in Treue / Seiner immerdar gedacht.

    Und die Dankbarkeit beweisen / Wir dadurch, dass fern er`in,
    Treu zu diesem alten Feste / Steh`n allzeit mit Herz und Sinn;
    Dass wir wirken, dass wir streben, / dass das Fest noch lange blüht,
    Ja, so lange wie auf Bochum / Gottes Sonne niederglüht.

(Max Seippel - 1882)