Grabrede Rudolf Prinzenberg

Die Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e.V. trauert um Oberst Rudolf Prinzenberg.
Rudolf Prinzenberg ritt beim Maiabendfest 1931 erstmals als Junggesellenhauptmann an der Spitze einer kleinen aber ausgewählten Schar von Maikerls nach Harpen. Dreimal insgesamt bekleidete er das Amt des Junggesellenhauptmanns. Er rückte dann ins Altersoffizierscorps, das blau-weiße Herz hat er sich treu bewart. Rudolf Prinzenberg entstammt einer alten Bochumer Kaufmannsfamilie. Nach Abitur und Lehr- und Ausbildungsjahren in Bremen, Hannover, Braunschweig, Wuppertal und London trat er in das väterliche Geschäft, die Firma Traß, Nachf. Prinzenberg ein. Seine vielseitige Ausbildung im Bankenwesen, in der Kaffeebranche und als Drogist sicherte ihm die Voraussetzung für die Fortentwicklung des Geschäftes.
Rudolf Prinzenberg war auch in dem bereits kritischen Jahr 1933 Junggesellenhauptmann und er machte keine Konzession in Form und Inhalt des Maiabendfestes. Sechs Jahre lang stand er im Kriegsdienst; als er heimkehrte, fand er den väterlichen Besitz in Trümmern vor. Trotz aller Schwierigkeiten ging er an den Wiederaufbau; das Ergebnis ist im Geschäftshaus am Husemannplatz noch heute sichtbar. Seine Fähigkeiten und sein Einsatzwillen führten dazu, dass er in zahlreiche Ehrenämter der Berufsorganisationen und in Prüfungskommissionen berufen wurde. Von 1958 bis 1960 bekleidete er das Amt des Oberst der Bochumer Maiabendgesellschaft. Bis ins hohe Alter begeisterte er sich für das Maiabendfest und für die Maiabendgesellschaft. Die Maiabendgesellschaft verliert mit Rudolf Prinzenberg einen treuen Kameraden, der über lange Jahre hinweg die Geschicke der Bochumer Maiabendgesellschaft durch sein tatkräftiges Engagement mitbestimmt hat. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.
Rudi, zum Abschied entrichten wir Dir ein letztes leises Blau-weiß.

1. Vorsitzender der
Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e.V.
Volker Protzel