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In diesem Jahr feierte die Gruppe Blücher ihr 70´jähriges
Bestehen. Mit ausgefeilten Showeinlagen von denen die Kameraden
noch lange erzählen werden, sowie gutem Essen und guter
Laune, konnten wir gar kein Ende finden und feierten bis in die
frühen Morgenstunden.
Chronik
Die Gruppe Blücher wurde erstmals beim Exerzierabend
1932 gegründet und marschierte seit dem unter diesem Namen
nach Harpen, um die gestiftete Eiche des Grafen Engelbert des
3. v. d. Mark nach Bochum zu holen.
Die Gesamtleitung des Ausmarsches lag noch in den Händen
des damaligen Bürgerschützen-Vereins Bochum, aus diesem
sich dann erst 1936 die verschienen Gruppen bildeten, so wie
sie heute noch bestehen.
Unter Gruppenführer Josef Braun sen. ist die Gruppe erfolgreich
und diszipliniert zusammengehalten worden.
Leider nur bis zum Jahre 1939 da viele Männer zum Militär
eingezogen wurden und damit das schöne Vereinsleben erst
mal unterbrochen wurde.
Im Jahre 1948 nach Kriegsende und Besatzungsmacht setzte die
Gruppe Blücher mit enormen Tempo und erfolgreiche die alte
Tradition in der Maiabendgesellschaft fort.
Hans Braun jun. Und Heinz Mette stellten wieder eine begeisterte
Truppe zusammen, um das alte Brauchtum weiter zu pflegen.
Heinz Mette führte die Gruppe 1948 das erste Mal nach dem
Krieg wieder nach Harpen.
Die Gruppe Blücher war damals schon die Stärkste unter
acht Gruppen in der 2. Kompanie und ist bis heute noch unter
vier Gruppen die größte mit vielen Aktivitäten
innerhalb der 2. Kompanie.
Der erste Junggesellenhauptmann der alle vier Kompanien 1948
wieder nach Harpen führte, war Hermann Möller.
1948 war das Gründer-Lokal der Gruppe die Gaststätte
Otto Bracht, Hofstederstraße. (Übrigens ist es heute
wieder das Stammlokal der Gruppe unter dem Namen Haus Fei, Hofstederstraße.)
Dort werden alle Gruppenabende und die Festivitäten auch
der Frauengruppe und Kindergruppe abgehalten; und somit schließt
sich der Kreis wieder.
Es sei erwähnt, das unser angestammtes Lokal an der Blücherstraße,
Haus Döll unter der Leitung des Obl. Hermann Döll aus
Altersgründen aufgeben musste, uns nicht mehr zur Verfügung
steht.
Anekdoten und Geschichten der Gruppe Blücher, aus
den Jahren 1951 bis 2002
Ich trat als Schütze 1951 im Alter von 19 Jahren der
Gruppe Blücher bei. Es war eine wunderbare Zeit.
Unter Junggesellenhauptmann Werner Siepe bin ich das erstemal
nach Harpen gezogen, um den Eichbaum nach Bochum zu holen.
Die Gruppe bestand ausschließlich aus 12 eingefleischten
Junggesellen und wir hatten, wie auch heute noch, einmal im Monat
unseren Gruppenabend der hauptsächlich auf das Maiabendfest
und den Ausmarsch nach Harpen als Höhepunkt ausgerichtet
war. Das hieß es wurden die neuesten Nachrichten des Vereins
besprochen und natürlich wurden die altbekannten Landsknechtlieder
wieder neu aufgefrischt.
Da es nicht erlaubt war, den Abend nur einmal über das weibliche
Wesen auch nur zu sprechen, geschweige denn das sich eine Frau
den Abend auch nur sehen ließ, wurde der Abend ausschließlich
als Junggesellentreff deklariert.
Der Monatliche Beitrag betrug bis zu dem Jahre 1958, 1.00 DM.
Auch hatten wir einen strengen Strafkatalog innerhalb der Gruppe.
Die Strafen waren folgende:
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¼ Std. zu spät |
1,00 DM |
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½ Std. zu spät |
2,00 DM |
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unentschuldigt fehlen |
5,00 DM |
Die schwerste Strafe war, wenn jemand die Versammlung störte,
dann wurde der Kammerad von Gruppenführer (zur Zeit war
es Hans Braun jun.) in die Kanne geschickt das hieß, er
musste die Gläser der neben ihm sitzenden Kameraden so lange
leeren, bis der Gruppenführer Einhalt gebot.
Nach jeder ausgegebenen Runde wurde ein Groschen in den Kegel
geworfen (der heute noch in der Gruppe Bestand hat) mit dem Inhalt
wurde zum Maiabendfest ein besonderer Abend eingelegt.
Jede Gruppe wurde in der zeit von einem Altersoffizier betreut.
Wir hatten eine bekannten Offizier mit Namen Theo Droste (Lederwaren).
Er war fast auf allen Gruppenabenden anwesend und da wir jung
waren und das Geld immer knapp war, waren wir froh so einen finanzstarken
Mäzen in der Gruppe zu haben.
Ab Januar wurden die Gruppenabende immer mehr zum Ausmarsch hin
ausgerichtet. Das hieß mehr mit dem Holzgewehr exerzieren,
damit beim Ausmarsch auch alles exakt klappte.
Wir erfanden den damals in ganz Bochum bekannten Ausfallschritt
in der Gruppe (1 Schritt vor und 2 zurück) den wir beim
Ausmarsch nach Harpen immer wieder mal vorführen mussten.
1952 zogen wir als Trachtengruppe nach Harpen, die Trachten bekamen
wir vom Schauspielhaus Bochum ausgeliehen. Als Landsknechte haben
wir uns morgens im Haus unseres Gruppenführers Hans Braun
umgezogen, bei einem guten Frühstück zogen wir fröhlich
von dannen. Unvergessen war 1954 das Schützenfest, der 2
Komp. Das nach dem Krieg erstmals wieder in Bochum unter großer
Beteiligung der Bevölkerung stattfand.
Erster Schützenkönig wurde Wilhelm Borgmann mit Königin
Fr. Schmidt. Das Königsschießen fand im Weitmar Holz
in der Gaststätte beim Kameraden Heinz Borgböhmer statt.
Es wurde auch dort mit großem Gefolge gefeiert.
1956 wurde Oberl. Theo Droste eingens für die Gruppe Blücher
folgender Trinkspruch entworfen. Er lautete:
Die Gruppe Blücher liebt Bier und Mägdelein
Wie Blücher einst den Wein vom Rhein.
Auf einem Transparent wurde dieser Spruch dann beim Ausmarsch
von einem Jungschützen voraus getragen.
Auch der Birkmeier wurde immer wohlgefüllt mit getragen,
denn aus Flaschen durfte damals nicht beim Ausmarsch getrunken
werden.
Der eigentliche Ausmarsch war immer der Höhepunkt des Jahres.
Mit dem Holzgewehr auf der Schulter das mit ein paar Blümchen
geschmückt war, zogen wir stolz nach Harpen. Unterwegs gaben
uns holdgesinnte Damen einen prächtigen Blumenstrauß
mit auf den Weg, mit der Absicht, auch abends dafür zum
damals berühmten Maiabendfestball eingeladen zu werden.
Für manche (so auch ich) war es der Anfang einer großen
Liebe.
Nach 10 schönen Jahren im Stammlokal Otto Bracht, zogen
wir 1958 um, ins Haus Döll zur Blücherstraße.
Dort hatte Hermann Döll das im Krieg zerstörte Haus
wieder neu aufgebaut. Und somit waren wir auch wieder unseren
Namen gehorchend, an der Blücherstraße angesiedelt.
Inh. Hermann Döll war schon früh mit unserer Gruppe
verbandelt und har es auch seiner Verdienste wegen, bis Oberleutnant
der 2. Kompanie geschafft.
Im Jahre 1955 ging unser Leutnant Hans Braun für drei Jahre
nach München, um seinen Druckermeisterbrief zu erlangen.
Der ehemalige Unteroffizier Alfred Kuhn wurde zum Leutnant befördert
und wurde ins J.O.C. aufgenommen.
Ich wurde damals als Unteroffizier zum kommissarischen Gruppenführer
ernannt. Ich war sehr stolz die Gruppe nach Harpen führen
zu dürfen. Nach 2 Jahren mach meiner Heirat wurde ich von
meiner Firma für lange Jahre ins Ausland geschickt und konnte
dies schöne Amt nicht mehr weiter ausführen.
Nachfolger als Gruppenführer wurde mein Bruder Walter Scholz,
der schon zwei Jahre in der Gruppe aktiv dabei war. Er leitete
die Gruppe bis 1961 um dann auch auszuscheiden. Ich konnte nur
wenn ich mal auf Urlaub in Bochum war, mich bei der Gruppe sehen
lassen.
Habe aber immer den Tag des Ausmarsches, den ich in vielen Ländern
verbracht habe, mit meinen Kollegen des traditionelle Maiabendfest
mitgefeiert.
Nun bin ich Rentner und kann als passives Mitglied wieder am
Geschehen der Gruppe Blücher teilnehmen.
Wir waren mit 5 Brüdern und einer Schwester der Gruppe Blücher
in vielen Jahren treu verbunden. Leider bin ich noch der letzte
von Scholz und werde die Gruppe Blücher so lange wie ich
lebe unterstützen und ihr mit Rat und Tat auch nach 51 Jahren
als passives Mitglied zur Seite stehen.
Nun wünsche ich der Gruppe Blücher zum diesjährigen
70sten Gründungstag und allen Bochumern, Mitgliedern, Freunden
und Gönnern einen erlebnisreichen tag, viel Freude und Vergnügen.
Es ist und bleibt die Gruppe Blücher.
Blau Weiß Paul Scholz |